Leonardo da Vinci in Madrid
Jüngste Neuigkeiten über Leonardo
Leonardo kommt definitiv niemals aus der Mode. Die Präsentation vor den Medien (das Werk war bereits ordnungsgemäß katalogisiert und ins Inventar aufgenommen) des Gemäldes, das bereits als die „Mona Lisa des Prado“ bekannt ist, wurde überschattet von der Polemik um das angebliche Wiederauftauchen des verlorenen Werkes „Die Schlacht von Anghiari“. Was Ersteres anbelangt, so stammt das Gemälde garnicht von Leonardo, sondern von einem seiner Schüler, der nachweislich gemeinsam mit dem Meister malte. Dies bedeutet, dass die geheimnisvolle „Gioconda“ nicht nur für das florentinische Genie Pose stand, sondern auch für mindestens einen seiner Schüler. Dieses Detail könnte Licht in die Angelegenheit des geheimnisvollen Lächelns der Mona Lisa bringen, die sich offensichtlich der Aufmerksamkeit um ihre Person sehr bewusst war.

Über die angebliche Entdeckung des Gemäldes „Die Schlacht von Anghiari”, versteckt unter einem Fresko von Vasari im Saal des „Rates der 500“ des alten Rathauspalastes von Florenz werden wir uns hier nicht weiter auslassen. Dies sparen wir uns für ein andermal auf. Der Gedanke der hirnlosen Politiker, das Werk eines erstklassigen Malers wortwörtlich niederzuschmettern, um die angeblichen Reste eines anderen Gemäldes (eines Genies, das ist schon wahr) zu finden, wurde bereits in erster Instanz von den scharfen Kritiken und Unterschriftensammlungen von Restaurateuren und Spezialisten aus der ganzen Welt unterbunden. Wollen wir hoffen, dass die Beherrschung in dieser Angelegenheit siegt und dass die Geschichte nicht noch einen weiteren Verlust einer Schlacht zu verzeichnen hat, nämlich die „von Marciano“ von Vasari, dem selbigen, der auch das erste Werk vollendete und mit dem wir uns bereits im Blog von Paris befasst haben.
Exposition „Da Vinci, das Genie”
Polemik und Nachrichten bei Seite, im Madrilenischen Kunstzentrum „Canal de Isabell II” ist noch bis zum 2. Mai eine Ausstellung über das florentinische Genie zu sehen, der übrigens in Frankreich starb und dort in der Kapelle auf Schloss Clos Lucé, Amboise beerdigt wurde. Darin werden neben original Werken von Leonardo vor allem Zeichnungen und Nachbildungen seiner Konstruktionsprojekte präsentiert, sowie Ölgemälde seiner zahlreichen Schüler, die auf verschiedenen Institutionen, vorrangig in Spanien, aber auch in anderen Teilen der Welt verstreut waren. Auf der folgenden Website finden Sie detaillierte Informationen zu den Öffnungszeiten, Preisen (die Eintrittskarten können online gebucht werden) und sogar zu den Metro- und Buslinien, die das „Canal de Isabell II“ anfahren, die Institution, die ebenfalls für die Trinkwasserversorgung der Hauptstadt Spaniens verantwortlich ist: http://www.davincielgenio.es/
Die Ausstellung ist in 18 Bereiche unterteilt, die einige der kreativen Facetten dieses vielseitigen Genies beleuchten. Als menschliche Wesen interessieren uns vor allem jene Themenbereiche, die sich mit Kodierungen, Büchern oder handschriftlichen Manuskripten beschäftigen, in welchen Leonardo Bemerkungen, Stichpunkte, Zeichnungen, Entwürfe, Labyrinthe, Karten und Anweisungen über sein Werk und seine Nachforschungen hinterließ. Dabei handelt es sich bei dieser Ausstellung um zwei Bereiche, denn es gibt einen, der sich „den Codes im Allgemeinen“ widmet, sowie einen zweiten, der sich „Codex Madrid“ nennt und unter höchster Sicherheitsstufe in der Nationalbibliothek untergebracht ist (das hoffen wir, denn schon zu viele wichtige Bücher wurden in der Vergangenheit gestohlen). Der „Codex Madrid“ dürfte den Bücherfans durch die zahlreichen Faksimile Ausgaben des Werkes bekannt sein, die aktuell im Umlauf sind. Am Rande der Exposition finden lehrhafte Workshops für Familien statt.
Mieten Sie appartments in Madrid Mit dem Ende der Ausstellung beginnt auch die Zeit der städtischen und lokalen Feiertage und Feste in der spanischen Hauptstadt.
April 16th, 2012 by madridblogger | 1 Comment »

















