Manhattan in Madrid
Im Rahmen der diesjährigen Photo Espana, die vom Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía organisiert wurde, wird bis zum 27. September die Ausstellung „Manhattan, unterschiedlicher Gebrauch. Fotographie und andere künstlerische Praktiken von 1970 bis heute“ gezeigt. Die Ausstellung findet im 4. Stock des Sabatini Gebäudes statt, und wurde von Lynne Cooke und Douglas Crimp kuratiert.

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf Zoneneinleitung und den Gebrauch des Bodens, genauer genommen aber auf die Stadtviertel und individuellen Gebäude, in denen die Kombination zwischen kommerziellen Funktionen und Wohnhäusern in New York erlaubt sind. Diese Transformationsprozess wurde in den 70er Jahren eingeleitet und hat eine Situation legal gemacht, in der einige Künstler Fabrikgebäude besetzt hatten, um dort zu arbeiten und zu leben.
So wurden wahrhaftige künstlerische Kommunen geschaffen, die aus dieser Zone das Zentrum kreativen Schaffens machten und einen wachsenden Kunstbetrieb vorantrieben: Galerien, Restaurants, Performancesäle, etc. Und machten aus SoHo ein Kunst-und Galerie Epizentrum, in dem schnell der Prozess der Gentrifikation entfacht wurde.
Die Ausstellung zählt mit über 20 Künstlern wie beispielsweise Alvin Baltrop, Bernd and Hilla Becher, Dara Birnbaum, Jennifer Bolande, Stefan Brecht, Matthew Buckingham, Tom Burr, Roy Colmer, Moyra Davey, Terry Fox, Bernard Guillot, David Hammons, Sharon Hayes, Peter Hujar, Joan Jonas, Louise Lawler, Zoe Leonard, Sol LeWitt, Glenn Ligon, Robert Longo, Vera Lutter und Danny Lyon.
Fotographen wie Peter Hujar und David Wojnarowicz begannen damit Fotos in den Straßen zu machen, in denen sie lebten und in denen sie sich bewegten, während Gordon Matta-Clark und Joan Jonas, oder der Galerist und Kurator Willoughby Sharp sich eher von den riesenhaften und wüstenähnlichen Locations angezogen fühlten, die dem World Trade Center und dem Battery Park City als Baustelle dienen sollten, oder der Hafendamm des Hudson Flusses.
Bernard Guillot hingegen, und wie viele andere Ausländer, die in dieser Zeit die Stadt besuchten, faszinierten die Einsamkeit und die nächtlichen Aktivitäten, die man in diesen Ortschaften tagtäglich antraf. Während Guillot sich auf die West Side konzentrierte, hauptsächlich auf die 12th Avenue, war der deutsche Thomas Struth von den einsamen Straßen Manhattens angezogen.
Es gibt auch audiovisuelle Arbeiten wie Static (2009) einer digitalen Projektion des Briten Steve Moqueen, einem siebenminütigen Loop, der die Spiralbewegung einer Kamera und eine Liedsequenz kombiniert. Auch die Arbeit von Glenn Ligon, einer der wenigen Künstler dieser Ausstellung, die wirklich in der Stadt geboren und aufgewachsen sind, hat eine sehr subjektive Sicht von Manhatten, in der er fast auf lakosche Art und Weise die Appartments und Wohnungen in denen er gelebt hat beschreibt.
Wenn du gerade den tollen Urlaub genießst und Appartments in Madrid mietest, dann solltest du dem Reina Sofia auf jeden Fall einen Besuch abstatten.






